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Bis hierhin hatte ich eine Menge Zeitzeugen befragt . . .

und eine riesige Menge Hifi-Magazine und -Zeitschriften durchforstet, allermeist ganze Jahrgänge am Stück, und das nächtelang mit wachsendem Interesse. (von Gert Redlich im Feb. 2017)

Es geht mir dabei wie im Kino, wenn ein Film abläuft und der Zeitraffer manche Besonderheiten und Ereignisse gerade dann extrem deutlich herausstellt.

Jetzt ist Karl Breh etwa 2 Jahre bei "stereoplay" in Stuttgart und wurde dort im Oktober 1984 zum Chefredakteur bestellt. Sein glückloser Vorgänger (ein Dr. der Physik) wurde mehr oder weniger geschickt weggelobt, fast wie in der Politik.

Karl Breh setzte umgehend alle Hebel in Bewegung, um wie bei "seiner" Hifi-Stereophonie die gleiche Seriosität bei der Pressearbeit einzuführen. Manche der hehren Vorstellungen scheiterten aber an den veränderten Marktverhältnissen und . . . . an der Veränderung in den Köpfen der Leserschaft.

Außerdem hatte er ja die "Konkurrenz" im gleichen Haus, die noch fabenfroher und noch glänzender mit noch mehr Sprüchen die Leser/Kunden/Käufer (weg-) locken sollte. Es war offensichtlich ein nicht zu gewinnender Kampf gegen Windmühlenflügel.

Ab etwa 1985/86 . . . Und auf einmal ist alles "digital"

Es dreht sich einem der Magen rum, für wie blöd die Werbetexter oder Marketing-Leute die potentiellen Kunden oder nur Interessenten gehalten hatten bzw. haben. Selbst Lautsprecher, die also beim besten Willen nicht digital arbeiten bzw. funktionieren, bekommen plötzlich das Attribut "DIGITAL".

Aus heutiger (2016) Retroperspektive sieht man ganz deutlich, wie sich eine ganze Branche selbst killt. Um das zu verdeutlichen, habe ich eine ganze Menge an Anzeigen aus den Jahren 1986 und 1987 zusammengestellt und natürlich auch mit dem jeweiligen Erscheinungsdatum ergänzt. Das Datum (Monat und Jahr) steht sonst nur ganz unten auf der entsprechenden Seite.

1987 - Die Produkt-Qualität steigt, der End-Preis sinkt . . .

Im Jahr 1987 kommen auf einmal Geräte auf den Markt, die muß "der Leidensdruck" erzeugt haben. Zum Beispiel brachte GRUNDIG (seit 1984 im Eigentum von Philips) die neue Fine Arts Serie heraus, edle Technik "designed" in Germany, produziert in Portugal, später bei der Philips-Tochter Marantz in Japan. Auch SONY glänzt auf einmal mit neuen edlen Vollverstärkern wie dem TA-700 ES.

Wie auf der Grundig Historie etwas genauer dargestellt, steuerte Japan ab 1989 beinahe unaufhaltsam auf den Staatsbankrott hin und die japanischen Hersteller merkten das natürlich. In einer Vorschau in der stereoplay steht es beinahe unauffällig nebensächlich ganz oben links, die Japaner wechselten ihre Modelle fast schon im Halbjahresrythmus.
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